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Einspeisemanagement

Gemäß § 14 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) sind Netzbetreiber unbeschadet ihrer Pflicht nach § 12 EEG ausnahmsweise dazu berechtigt, an ihr Netz unmittelbar und mittelbar angeschlossene EEG- und KWK-Anlagen, die mit einer Einrichtung nach § 9 EEG ausgestattet sind, zu regeln, soweit

  • andernfalls im jeweiligen Netzbereich einschließlich des vorgelagerten Netzes ein Netzengpass entstünde,
  • der Vorrang für Strom aus erneuerbaren Energien, Grubengas und Kraft-Wärmekopplung gewahrt wird, soweit nicht sonstige Anlagen zur Stromerzeugung am Netz bleiben müssen, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems zu gewährleisten, und
  • sie die verfügbaren Daten über die IST-Einspeisung in der jeweiligen Netzregion abgerufen haben.

Ziel des Einspeisemanagements ist die Sicherstellung der Versorgungssicherheit bei gleichzeitig größtmöglicher Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen unter Berücksichtigung der betriebs- und volkswirtschaftlich geringsten Kosten.

Voraussetzung des Einspeisemanagements ist die Ausstattung der Erzeugungsanlage mit einer Technischen Einrichtung nach § 9 EEG.

Technische Vorgaben für Erzeugungsanlagen > 100 kW

Gemäß § 9 Abs. 1 EEG müssen Anlagenbetreiber sowie Betreiber von KWK-Anlagen ihre Anlagen ab dem 01.01.2012 mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW mit technischen Einrichtungen ausstatten, mit denen der Netzbetreiber

  • die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann und
  • die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.
Technische Vorgaben für Solaranlagen

PV-Anlagen mit Inbetriebnahme ab 01.01.2012 mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kWp müssen ab Inbetriebnahme mit einer technischen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung ausstattet sein.

PV-Anlagen mit Inbetriebnahme ab 01.01.2012 mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kWp und höchstens 100 kWp müssen ab dem 01.01.2013 mit einer technischen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung ausstattet sein. PV-Bestandsanlagen mit Inbetriebnahmedatum ab dem 01.01.2009 bis einschließlich 31.12.2011 müssen bis zum 01.01.2014 umgerüstet sein.

PV-Anlagen mit Inbetriebnahme ab 01.01.2012 mit einer installierten Leistung von höchstens 30 kWp müssen ab dem 01.01.2013 mit einer technischen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung ausgestattet sein oder alternativ am Verknüpfungspunkt der Anlage mit dem Netz eine Begrenzung der maximalen Wirkleistungseinspeisung auf 70 % der installierten Leistung wählen. Diese Begrenzung ist durch den Anlagenbetreiber einzurichten und der Netzgesellschaft Halle zu bestätigen.

Anlagenzusammenfassung

Mehrere PV-Anlagen gelten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung der installierten Leistung im Sinne des § 6 Abs. 1 und 2 als eine Anlage, wenn:

  • sie sich auf demselben Grundstück oder Gebäude befinden und
  • innerhalb von 12 aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind.
Entschädigungszahlungen

Wird die Stromeinspeisung aus Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien, Grubengas oder Kraftwärmekopplung wegen eines Netzengpasses im Sinne von § 14 EEG reduziert, sind die von den Maßnahmen betroffenen Anlagenbetreiber für 95 % der entgangenen Einnahmen zuzüglich der zusätzlichen Aufwendungen und abzüglich der ersparten Aufwendungen zu entschädigen (§ 15 Abs. 1 EEG)

Übersteigen die oben genannten entgangenen Einnahmen in einem Jahr 1 % der Einnahmen dieses Jahres, so beträgt ab diesem Zeitpunkt die Entschädigung der betroffenen Betreiber 100 %.

Einrichtung zur Reduzierung der Einspeiseleistung

Das Übertragungssignal wird im Netzgebiet der Netzgesellschaft Halle mittels der Funkrundsteuertechnik versendet. Das EFR-Gerät wird durch die Netzgesellschaft Halle parametriert und an den Anlagenbetreiber verkauft. Es stellt die Steuereinrichtung zur ferngesteuerten Vorgabe der Regelstufe für die Anlage dar und erfolgt in den Stufen 100 %, 60 %, 30% sowie 0% und bezieht sich auf die installierte Generatornennleistung (bei PV-Anlagen die Modulleistung). Bei PV-Anlagen bis einschließlich 100 kWp muss die technische Einrichtung mindestens die Befehle 100 Prozent (Ein) und 0 Prozent (Aus) umsetzen können. Dies kann zum Beispiel über ein AC-Schütz erfolgen.

Die notwendige Umrüstung der Anlage, um die Reduzierung der Leistung zu ermöglichen, obliegt dem Anlagenbetreiber und muss dauerhaft zur Verfügung stehen. Bitte setzen Sie sich für die Umsetzung ggf. mit Ihrem Elektroinstallateur bzw. Anlagenhersteller in Verbindung. Die Kosten für die technische Einrichtung sind durch den Anlagenbetreiber zu tragen. Der Funkrundsteuerempfänger verbleibt im unterhaltspflichtigen Eigentum des Anlagenbetreibers. Somit ist dieser für den ordnungsgemäßen Betrieb und die Funktion des Funkrundsteuerempfängers verantwortlich. Die technische Spezifikationen zum Funkrundsteuerempfänger finden Sie im nachfolgenden Download:

Technische Spezifikationen des EFR-Geräts

Einrichtung zur Abrufung der IST-Einspeisung

Unter einer Einrichtung zur Abrufung der IST-Einspeisung ist ein technisches Gerät zur Erfassung von mindestens ¼-h-Leistungsmittelwerten zu verstehen. Die Abrufung der jeweiligen Ist-Einspeisung wird bei der Netzgesellschaft Halle über eine ¼-h-registrierende Leistungsmessung umgesetzt. Die jeweils gültigen Entgelte hierfür sind im jeweiligen Preisblatt veröffentlicht.

Die Netzgesellschaft Halle behält sich vor, die technischen Vorgaben zu § 9 EEG aufgrund gesetzlicher oder technischer Vorgaben an einen geänderten Ordnungsrahmen anzupassen. Ergibt sich daraus ein Bedarf zur Nachrüstung, hat der Anlagenbetreiber diese auf seine Kosten durchzuführen.