„Adler-Bogen“ – Schülerwettbewerb gibt der neuen Fernwärmebrücke über den Ruderkanal ihren Namen
„Adler-Bogen“ heißt die neue Fernwärmebrücke über den Ruderkanal – und dieser Name kommt direkt aus Halle (Saale): Er entstand im Rahmen eines von den Stadtwerken Halle beauftragten Schülerwettbewerbs. Mit der Fertigstellung des Bauwerks ist nun ein zentrales Infrastrukturprojekt der EVH GmbH, einem Unternehmen der Stadtwerke Halle, abgeschlossen. Die Brücke ist seit Mitte Mai 2026 für alle offiziell zugänglich.
Der Name würdigt Anja Adler, die bekannte hallesche Parakanutin und mehrfach ausgezeichnete ‚Sportlerin des Jahres‘. Gleichzeitig steht der ‚Bogen‘ als Sinnbild für Kraft, Eleganz und Verbindung – passend für eine Brücke, die nicht nur zwei Fernwärme-Leitungsabschnitte zwischen der B 80 und der Saale zusammenführt, sondern auch die Kraftwerksstandorte Trotha und Dieselstraße verbindet. Der neue Name „Adler-Bogen“ wird zudem auf zwei Schilder graviert, die auf zwei originalen Steinen befestigt werden, die vor einem Jahr an der Elisabethbrücke gesichert wurden – so schlagen wir Brücken, von einer Brücke zur anderen. Zudem entstand mit der Brücke eine neue Überquerungsmöglichkeit für Radfahrer und Fußgänger über den Ruderkanal.
© Stadtwerke Halle GmbH
Der Namensvorschlag Adler-Bogen wurde von Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule Halle-Süd eingereicht. Zudem hat die Stadt Halle (Saale) die Brückenpfeiler mit Wasservögel-Graffitis verschönern lassen.
Die Dimensionen sprechen für sich: Die Brücke ist 72 Meter lang, vier Meter breit und wiegt 170 Tonnen – mehr als doppelt so viel wie ein voll beladener Airbus A320. Sie überspannt den Ruderkanal zwischen der Neustädter Rennbahn und der Rabeninsel und bildet den entscheidenden Lückenschluss zwischen bereits erneuerten Fernwärme-Abschnitten.
„Mit dem Adler-Bogen schließen wir eine der wichtigsten Lücken im Fernwärmenetz. Dass der Name aus einem Schülerwettbewerb stammt, macht dieses Bauwerk zusätzlich besonders – technisch wie emotional“, sagt Matthias Lux, Vorsitzender Geschäftsführer der Stadtwerke Halle.
Herzstück der Fernwärmeversorgung – robust auch bei Hochwasser
Notwendig wurde der Ersatzneubau der Fernwärmeleitung Trasse 60, nachdem das Hochwasser 2013 die bestehende oberirdische Sockelleitung im Saaleauegebiet stark beschädigt hatte. Die neue Querung wurde so geplant, dass sie auch extremen Hochwasserereignissen standhält – inklusive zusätzlicher Sicherheitsreserve.
Meisterleistung der Umsetzung: Von Schwerlasttransport bis 800‑Tonnen‑Kran
Die Errichtung der Brücke war auch logistisch außergewöhnlich: Die Stahlkonstruktion wurde in vier Einzelteilen per nächtlichem Schwerlasttransport angeliefert, vor Ort zusammengeschweißt und anschließend mit einem 800‑Tonnen‑Raupenkran eingehoben. Für Aufbau und Logistik waren zusätzliche Hilfskräne sowie umfangreiche Transportleistungen erforderlich.
Bauzeit, Partner und Förderung
Der Bau erfolgte im Zeitraum von Februar 2024 bis April 2026. Seit Mitte Mai 2026 ist die Brücke offiziell zugänglich. Der Auftragswert des Baus beträgt 6.350.000 Euro.
- Bauherr: EVH GmbH (ein Unternehmen der Stadtwerke Halle)
- Planung: Gruner GmbH
- Bauausführung: ARGE Friedrich Vorwerk SE & Co. KG / Grötz Bauunternehmung GmbH
Diese Maßnahme wird durch die Bundesregierung und das Land Sachsen‑Anhalt gemäß der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Beseitigung der Hochwasserschäden 2013 gefördert.